“Anfang 2008 machte ich mich auf die Suche nach Co-Bloggern…” - Im Gespräch mit Andreas Gerads (bloggerjobs.de)
Klaus-Martin Meyer: Andreas, Du bist der Macher von bloggerjobs.de. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und erzählen, wie Dir die Idee zu dem Projekt kam?
Andreas Gerads: Hallo Klaus-Martin, vielen dank für die Möglichkeit des Interviews. Kurz zu mir, viele werden mich als den Macher von easn.de kennen, einem Blog für Unternehmensgründer. Anfang 2008 machte ich mich auf die Suche nach Co-Bloggern und hatte wirklich Schwierigkeiten jemanden zu finden. Nicht nur, dass es sich thematisch um eine Nische handelt, sondern ich hatte auch keinen Ansatzpunkt, außer über mein eigenes Blog, nach Co-Bloggern zu suchen. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suche waren nicht gut. Da kam mir die Idee doch ein Board einzurichten, wie ich es aus den USA schon kannte. Mein Ziel war es ein möglichst offenes und liberales “Schwarzes Brett” zu schaffen, auf dem Jobs für Blogger angeboten werden können. Bloggerjobs steht sowohl Unternehmen offen, aber auch dem normalen Blogger, der einen Co-Blogger sucht. Seit dem Start im März habe ich konsequent für diese Idee gearbeitet und die Community hat das Angebot angenommen, was mich sehr freut. Wichtig ist mir auch, dass das Einstellen von Jobs kostenlos ist.
Klaus-Martin Meyer: Gibt es tatsächlich schon einen Markt für das “Berufsbild Blogger”?
Andreas Gerads: Wenn man sich die aktuellen Angebote bei Bloggerjobs anschaut, dann denke ich, dass man zwar noch nicht von einem Berufsbild sprechen kann, wir aber auf einem guten Weg sind. Mittlerweile inserieren Unternehmen und Blog-Netzwerke wie Creative Weblogging, die Blogwerk AG oder auch Dr.Web bei Bloggerjobs. Damit zeigt sich, dass ein echter Bedarf an professionellen Bloggern und Autoren besteht. Hinzu kommen unzählige Angebote von Bloggern die Co-Blogger suchen. Für mich ist ein Blogger auch nicht ein einfacher Schreiberling, sondern jemand der Spaß hat Texte zu verfassen und Themen gezielt zu bearbeiten, sowie gleichzeitig etwas von Marketing, Suchmaschinenoptimierung versteht um sein Angebot im Internet optimal zu präsentieren und Leser zu begeistern.
Klaus-Martin Meyer: Haben auf Deinem Markplatz schon Angebote und Nachfragen zusammengefunden? Gibt es Feedback von den Usern?
Andreas Gerads: Mittels eines Counters kann man bei Bloggerjobs mitverfolgen wie viele Bewerber bereits auf ein Inserat geantwortet haben. Diese Zahlen machen mich sehr zuversichtlich, bei vielen Angeboten haben sich schon mehr als 10 Bewerber gemeldet, beim Spitzenreiter waren es sogar 25. Das sind tolle Zahlen, denn der Anbieter hat die Qual der Wahl und kann sogar mehrere gute Leute mit nur einem Inserat finden. Das beste Beispiel für erfolgreiche Inserate hat Lars Sobiraj von gulli.com geliefert, der innerhalb weniger Stunden mehrere interessante Bewerbungen erhalten hat. Bloggerjobs schafft es also wirklich, dass Angebot und Nachfrage erfolgreich zusammentreffen.
Klaus-Martin Meyer: Aktuell bist Du bereits auf einen internationalen Markt expandiert. Wie kam es dazu?
Andreas Gerads: Mich hat schon immer gereizt mal ein Angebot in einer anderen Sprache zu veröffentlichen. Der einfachste Schritt wäre da eine englischsprachige Version zu launchen, bei Bloggerjobs hab ich mich aber entschieden eine niederländische Version online zu bringen. Michel Rijnders von hrlog.nl hat mir dann geholfen die Seite zu übersetzen und so gibt es seit kurzem auch in den Niederlanden ein Job Board für Blogger. Mir ist es wichtig fremde Märkte zu verstehen und die Niederlande finde ich sehr interessant, weil ich die Gesellschaft dort als sehr offen und dynamisch kennengelernt habe. Ich bin sehr gespannt, wie die Niederländer Bloggerjobs aufnehmen werden. Was ich schon verraten kann ist, dass weitere Sprachen folgen werden. Unter blogworker.net wird es bald auch eine englischsprachige Version geben.
Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss wie gewohnt unsere Standardfrage. Wie sieht der Arbeitsmarkt für Blogger in fünf Jahren aus und welche Rolle spielt bloggerjobs.de in diesem Context?
Andreas Gerads: In den nächsten Jahren werden wir auf dem deutschen Mark eine zunehmende Konzentration der Blog-Angebote sehen. Immer mehr Blogs werden sich zu Netzwerken zusammenschließen, nicht nur um die Vermarktung besser steuern zu können, sondern auch weil viele Blogger ihre Blogs nebenher betreiben und oftmals nicht die Zeit haben ihre Blog professionell aufbauen zu können. Zu einem Teil kann man dies durch die Zugehörigkeit zu einem Netzwerk kompensieren. Für Blogger die ihr Geld mit Bloggen verdienen wollen und diesen Job auch hauptberuflich ausüben möchten sind das gute Aussichten und aus meiner Sicht auch nur eine Frage der Zeit bis wir diesen Punkt erreichen. Wenn du mich so fragst, ist Bloggerjobs bis dahin das Standard-Job-Board für die Bereiche Blogging und Podcasting, und das in möglichst vielen Ländern.


7. Juli 2008 09:59 |
[…] Klaus-Martin Meyer vom Interview-Blog hat ein kurzes Interview mit mir geführt und dieses Im Interview-Blog veröffentlicht. Danke an Klaus-Martin und hier geht`s zum Interview. […]
11. Juli 2008 23:47 |
Wieso findet man bloggerjobs so schlecht im Internet in den (bekannten) Suchmaschinen? Blogs sind doch hoch gerankt normalerweise.
13. Juli 2008 21:10 |
Ich würde eher sagen der Bloggerhyp ist schon vorbei. Ob Blogs noch wirklich etwas anders sind als andere Homepages muss sich noch zeigen. Für mich zweifelhaft…